Arbeitgemeinschaft Kulturgeschichte

Mitglied der Freizeitgemeinschaft Siemens e.V.

Exkursion I / 2013 in die Römerzeit  -  nach Ellingen, Weißenburg und Umgebung


Am 4. Mai 2013 fuhren wir gen Süden, um uns einen Abschnitt des raetischen Limes (um Weißenburg) und die Überreste der Kastelle dort anzuschauen. Mit lateinisch limes, ursprünglich „Grenze", wird der weite Teile des Römischen Reichs umgebende Grenzwall bezeichnet. Der raetische Limes liegt zwischen Lorch und Donau (Regensburg).

Limes1

Der raetische Limes bestand vom Ende des 1. bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. Seine endgültige, äußere Grenzlinie erhielt der Limes nach mehreren Grenzkorrekturen spätestens um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. - Unser erstes Ziel war das Castellum Sablonetum bei Ellingen. Erhalten sind Reste eines Kastells und Stücke des Limes. Am Eingang steht eine Übersichtstafel und die Bauinschrift (182 n.Chr):
 "Dem Kaiser Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus, dem großen Germanen- und Sarmaten-sieger, Inhaber der tribunizischen Gewalt, zum dritten Mal Konsul, Vater des Vaterlandes. Am Castell Sablonetum wurden die Mauern samt Toren in Stein ersetzt auf Befehl des Provinzstatthalter Quintus Spicius Cerialis, als Mamertinus und Rufinus Konsuln waren, durch die Infanteriegarde unter Aufsicht von Aurelius Argivus, Zenturio der 3. italischen Legion".

Sablonetum2  
   
Sablonetum3  


Sablonetum1 

In Weißenburg standen die Thermen, das Kastell, und das Römermuseum auf dem Programm. Unter fachkundiger Führung mit allerlei Interessantem und Wissenswertem wurden wir informiert. Die 1977 wieder entdeckte Bäderanlage, die sogenannten Thermen, wurden zuerst in Augenschein genommen. Der Begriff "Thermen" umfasst dabei Aspekte der Körperhygiene, Aktivitäten wie Saunen, Plantschen und sportliche Übungen (Schwimmen war nicht möglich: maximale Wassertiefe: 50 cm).    
Die sogen. Hypokausten-Heizung (=Warmluftheizung) erinnert ein wenig an unsere Fußbodenheizung.

Weissenburg2  
   


Weissenburg3  Nach einem kurzen Fußweg gelangten wir in das ursprüngliche römische Lager "Castra Biriciana".

Weissenburg1  
   


Weissenburg4 Diese militärische Einrichtung ist fast quadratisch. Hier waren Verwaltungs- und Versorgungsgebäude, eine große Principia (=Stabsgebäude), ein Lazarett, Werkstätten und Mannschaftsbaracken und Stallungen vereint. Das Kastell Biriciana war ein wichtiger Militärstützpunkt an der raetischen Limesstrecke. Die unterschiedlichen Funde stammen zum großen Teil aus den Grabungen seit 1980.

Letzte Station war das Römermuseum mit seinem einzigartigen Schatzfund: 18 Bronzestatuetten diverser Gottheiten und Halbgötter. Das Museum präsentiert eine einzigartige Sammlung von 120 Ausstellungsobjekten römischen Kunsthandwerks, die in den Jahren zwischen 233 bis 259/260 anlässlich einer drohenden Gefahr vergraben und 1979 wiederentdeckt wurden.
Darüber hinaus konnten Funde, die das Alltagsleben der römischen Besatzung dokumentieren, bestaunt werden.

  Museum1                                                 Museum2

 Beim Mittagessen ließen wir die interessanten Eindrücke an uns vorüberziehen und freuten uns auf  eine kleine Wanderung entlang des Limes, den wir nur an einer „Pfahlhecke“ an einem Damm erkennen konnten. Lediglich die Rekonstruktion  eines Wachtturms ist noch zu sehen. Anschließend besuchten wir das Kleinkastell Burgus, bei Burgsalach im Wald gelegen. Es ist dies eine der jüngsten römischen militärischen Anlagen. Wahrscheinlich waren dort etwa 100 Mann unter einem Centurio stationiert.

Burgus1 Burgus2

Rinne1

Burgus3

Abschluss und „Schmankerl“- unserer Exkursion war ein kleiner Abstecher zu einer Steinernen Rinne. Sie entsteht bei Bächen, deren Wasser sehr kalkhaltig ist und sich so einen bis zu 1 Meter 

hohen Kalktuffdamm schaffen.

 Autor: E. Mikulaschek 

Kartenmaterial: Wikipedia
Eigene Bilder