Arbeitgemeinschaft Kulturgeschichte

Mitglied der Freizeitgemeinschaft Siemens e.V.

Exkursion l / 2015 – Renaissance in Würzburg und Dettelbach,
u.a. die Festung Marienberg und Ziele in der Altstadt


Hauptziel unserer 1. Exkursion war in Würzburg die Festung Marienberg, die über der Stadt thront, in den Jahrhunderten immer wieder zerstört und aufgebaut, heute wieder weitgehend intakt. Imposant und unbezwingbar: die Mauern. Im Wesentlichen befassten wir uns mit der Baugeschichte und ihren Stilrichtungen.

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   Festung Marienberg    Festung Marienberg  Innenhof mit Brunnen und Bergfried

Die Festung mit ihren Befestigungsanlagen wurde im Laufe der Geschichte mehrfach um- und ausgebaut. Wir gingen durch das Scherenbergtor zum inneren Burghof.
Der älteste noch erhaltene Bau ist die kleine Marienkapelle (karolingisch/romanisch). Er steht im inneren Burghof, in dem sich auch einer der tiefsten Brunnen Deutschlands und der um 1200 erbaute Bergfried befindet. Damals begann Bischof Konrad I. von Querfurt die Burg zu befestigen. Unter Fürstbischof Lobdeburg (1225-1254) wurde der Bau eines zweiten Palas begonnen. Von 1253 bis 1719 war die Festung Marienberg die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Das den heutigen Hof umschließende Schloss wird an drei Seiten von Türmen begrenzt, dem Randersackerer Turm (Sonnenturm) im Südosten, den Marienturm im Nordosten und den Kiliansturm im Nordwesten. Das dort beherbergte Museum im Fürstenbau zeigt einen ausgezeichneten Überblick über die Stadtgeschichte Würzburgs. Auch ein Porträt des Julius Echter von Mespelbrunn haben wir u.a. dort gesehen.

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  Festung Marienberg Außenmauern   Festung Marienberg  Innenbereich


Um 1500 wurde die Bibratreppe, eine Wendeltreppe mit offener säulengetragener Spindel, als Zugang zur Bischofswohnung im Fürstenbau errichtet. Vom Burghof aus ist der große Fürstengarten zugänglich, (er wurde wohl im frühen 16. Jh. angelegt), von dem aus wir einen schönen, weiten Ausblick auf die Stadt Würzburg hatten.
Viele noch gut erhaltene Wappen (im Renaissancestil) der Fürstbischöfe haben wir an Toren der Gebäuden gesehen und bewundert.

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   Festung Marienberg Echtertor   Festung Marienberg Schernbergtor

Im Jahr 1525, während des Bauernkriegs, versuchten die Bauern die Festung Marienberg erfolglos zu stürmen. Deshalb veranlasste Julius Echter von Mespelbrunn große Neu- und Umbauten im Renaissancestil. Er ließ 1605 an der gefährdeten Westseite ein neues Bollwerk bauen: die Echterbastei, durch welche ein neues Zufahrtstor, das Echter- oder Michaelstor eingerichtet wurde. Bei der Echterbastei handelt es sich um einen Kasemattenbau mit Kanonenständen und einer mächtigen, überdachten Brustwehr. An Stelle des bestehenden Wirtschaftsgebäudes ließ Echter eine Vorburg anlegen. Der Hof wird im Norden und Süden von zweigeschossigen Flügelbauten gesäumt, welche einst reich mit Giebeln geschmückt waren. Diese dienten als Zeughaus u. Wirtschafts- und Lagerräume sowie als Pferdestall.
Rund um den äußeren Burghof befinden sich weitere Gebäude, darunter das Zeughaus.

Nächste Ziele in Würzburg waren
•    Die Domkirche St. Kilian, romanische Ursprung, erbaut ab 1040. Wir interessierten uns hier im Besonderen für den Übergang von der Gotik zur Renaissance in den Grabdenkmälern im Dom. So das Wanddenkmal für Rudolf von Scherenberg († 1495), ein Werk von Riemenschneider; weiter das Wanddenkmal für Lorenz von Bibra († 1516), von Riemenschneider entworfen, allerdings von Gehilfen fertiggestellt. Weitere Epitaphien für Fürstbischöfe von Loy Hering, Peter Dell d.Ä., Peter Dell d.J., Wilhelm Sarder, und dann noch das Epitaph für Julius Echter von Mespelbrunn († 1617). Auch die Grabplatte von Riemenschneider war zu sehen (außen am nördl. Seitenschiff). 1822 fand man sie wieder; sein Sohn Jörg soll sie angefertigt haben.


•    Die Marienkapelle auf dem Marktplatz: Hier interessierten wir uns für die zahlreichen Epitaphien (hier z.B. im südlichen Seitenschiff das Epitaph von Anna Kuelwein – Christoph Schnebach zugeschrieben), Wanddenkmäler, Grabmäler und Statuen aus der Renaissancezeit. Am Südportal sahen wir uns Adam und Eva an (1491-93). - Genauer schauten wir uns das Wanddenkmal des Ritters Konrad von Schaumberg an; es ist das Original Riemenschneiders von 1502/04, eindeutig der gotischen Stilrichtung zuzuschreiben.

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   Würzburg  Rathaus   Dom St. Kilian,
Wanddenkmal R. v. Scherenberg


•    Das Rathaus mit Renaissance-Fassade aus rotem Sandstein (Roter Bau) Der Rote Bau wurde 1659/60 im Stil der Spätrenaissance errichtet. Über der Südfront sehen wir einen typischen Volutengiebel; Steinmetz war Sebastian Villinger.
Am Nebengebäude im Westen bossiertes Portal mit einem Wappen der Fürstbischöfe Echter
•    An der Westseite des Platzes Marktplatz 1 steht ein Eckhaus, heute Fürstlich Castell'sche Bank, ehemals Vorderer Gressenhof. Um 1590 mit Volutengiebel und zweigeschossigem, säulenverzierten Eckerker ist dies unsere letzte Station der besichtigten Renaissance-Bauten in Würzburg.

Letztes Ziel unserer Exkursion war die Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ in Dettelbach.
1504 fand die erste Wallfahrt statt; 1506 ließ der damalige Fürstbischof von Würzburg, Lorenz von Bibra, eine erste Kapelle aus Stein bauen. An den Schlusssteinen im Chor sind die Wappen der Fürstbischöfe Lorenz von Bibra und Konrad von Thüngen und Julius Echter von Mespelbrunn angebracht. Alle diese Fürstbischöfe haben Baumeister (Lazaro Agostino, Jobst Pfaff, Adam Zwinger, Peter Meurer und Michael Kern) angestellt, die Wallfahrtskirche in verschiedenen Baustufen zu errichten. Heute ist sie ein einschiffiger, kreuzförmiger Bau mit einem prunkvollen Renaissance-Portal an der Westfront (1612/13). Die Gesamtanlage ist ein charakteristisches Denkmal der fränkischen Gegenreformation unter Julius Echter von Mespelbrunn.

Letztes Ziel unserer Exkursion war die Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ in Dettelbach.1504 fand die erste Wallfahrt statt; 1506 ließ der damalige Fürstbischof von Würzburg, Lorenz von Bibra, eine erste Kapelle aus Stein bauen. An den Schlusssteinen im Chor sind die Wappen der Fürstbischöfe Lorenz von Bibra und Konrad von Thüngen und Julius Echter von Mespelbrunn angebracht. Alle diese Fürstbischöfe haben Baumeister (Lazaro Agostino, Jobst Pfaff, Adam Zwinger, Peter Meurer und Michael Kern) angestellt, die Wallfahrtskirche in verschiedenen Baustufen zu errichten. Heute ist sie ein einschiffiger, kreuzförmiger Bau mit einem prunkvollen Renaissance-Portal an der Westfront (1612/13). Die Gesamtanlage ist ein charakteristisches Denkmal der fränkischen Gegenreformation unter Julius Echter von Mespelbrunn.

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  Maria im Sand, Dettelbach Renaissance Portal, Teilansicht  

1504 fand die erste Wallfahrt statt; 1506 ließ der damalige Fürstbischof von Würzburg, Lorenz von Bibra, eine erste Kapelle aus Stein bauen. An den Schlusssteinen im Chor sind die Wappen der Fürstbischöfe Lorenz von Bibra und Konrad von Thüngen und Julius Echter von Mespelbrunn angebracht. Alle diese Fürstbischöfe haben Baumeister (Lazaro Agostino, Jobst Pfaff, Adam Zwinger, Peter Meurer und Michael Kern) angestellt, die Wallfahrtskirche in verschiedenen Baustufen zu errichten. Heute ist sie ein einschiffiger, kreuzförmiger Bau mit einem prunkvollen Renaissance-Portal an der Westfront (1612/13). Die Gesamtanlage ist ein charakteristisches Denkmal der fränkischen Gegenreformation unter Julius Echter von Mespelbrunn.

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   Maria im Sand, Dettelbach,
Orgelprospekt von 1659
     

 Innen war der Renaissance-Hochaltar (um 1590) leider noch verhängt, darüber ein Kruzifix (von Tilmann Riemenschneider - bzw. von seiner Werkstatt). Der Gnadenaltar miteiner kleinen Pietà (um 1500) steht in der Mitte zwischen Langhaus und Querhaus.
In der Mitte des Querhauses links ist eine reich verzierte Orgel zu sehen (Orgelprospekt von 1659).
An der Südostecke des rechten Querflügels steht eine Wurzel-Jesse-Kanzel (1626 von Kern erbaut). Erbaut nach dem Bibeltext Jesaja 11, Vers 1+2: - Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen - ); Jesse, der Vater Davids. Von hier ausgehend wachsen Äste mit Königen von Israel und Juda. Wir sehen die gekrönten Halbfiguren, die die 27 Ahnen Christi darstellen.

 Autor: E. Mikulaschek