Arbeitgemeinschaft Kulturgeschichte

Mitglied der Freizeitgemeinschaft Siemens e.V.

Exkursion III / 2013 in den Rangau

Orte mit Altären des Meisters des Martha-Altars

Am 27. Juli 2013 fuhren wir zu 8 verschiedenen Zielen, um in einigen davon Altäre des Meisters des Martha-Altars oder anderes zu sehen. Der Martha-Altar selbst steht heute in St. Lorenz in Nürnberg.

In Buchschwabach besichtigten wir die erste Kirche, St. Maria Magdalena. Erste Erwähnung im frühen 14. Jh.; die nächste Nachricht  stammt aus dem Jahre 1482. 1765/66 wurde der Turmhelm erneuert und das Langhaus instandgesetzt.  Nach neuerlichem Verfall musste die gesamte Anlage (bis auf den Turm) 1882/83 abgerissen werden; das Langhaus wurde im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Wir sehen den spätgotischen Altar im Chor (wahrscheinlich um 1500), das Gesprenge ist neugotisch; an der Wand über dem Eingang eine stehende Madonna um 1400/20 und ein männlicher Heiliger, wahrscheinlich Laurentius (etwa um 1450). Gegenüber der Eingangstüre ist der vollständig erhalten gebliebene Marienaltar angebracht: ein spätgotischer Flügelaltar mit 2 zuklappbaren Seitenflügeln, geschaffen vom  „Meister des Martha-Altars“ in St. Lorenz in Nürnberg.  Der ehemals dritte Altar ist nur teilweise erhalten geblieben (1500/10), es existiert leider nur noch ein Flügel.

Das nächste Ziel war Ammerndorf. Dort interessierte uns das mit reicher Flachschnitzerei verzierte Fachwerk am Haupthaus der Ammerndorfer Mühle.
Wir besuchten auch die Kirche St.Peter und Paul. Die spätmittelalterliche Chorturmanlage wurde im 18.Jh. barockisiert und ein Kanzelaltar mit Orgel-Empore eingebaut.

Weiter ging es nach Unterschlauersbach.
Die Andreaskirche – Ursprünge im 14. Jh. – ist eine kleine Dorfkirche mit vielen „Schätzen“:  Um 1500 wahrscheinlich hat der Meister des Nürnberger Martha-Altars einen sehr schönen Flügelaltar gebaut. Im Schrein: Andreas-Figur, außen 4 Tafelbilder aus dem Leben des St. Andreas. In der Predella befinden sich 3 Reliquiare (allerdings nicht hohl!), die als bemalte Kugeln wie Augen aussehen. – Kanzel und Taufbecken stammen aus der Barockzeit (ca. 1700), interessant auch die Orgel mit Zimbelstern und einer  Davidfigur in der Nische.


In Wilhermsdorf hörten wir, dass die Hauptkirche eine Vorgängerkirche hatte (Kapelle St. Martin, 1313 erwähnt). 1706 wurde diese Kapelle abgerissen.
Die Initiatorin und Auftraggeberin des Kirchenneubaus ab 1706 war die Gräfin Franziska Barbara von Hohenlohe, eine geborene von Welz. Die dreiachsige Fassade ist stark durch Pilaster gegliedert. Wir sehen eine 3-schiffige Halle. Der hochaufstrebende Altar wurde 1712 von einheimischen Meistern geschaffen, in der Predella Einsetzung des Heiligen Abendmahles. Altar, Kanzel und Orgel (mit 2 Zimbelsternen) gehören zur sehr harmonisch wirkenden barocken Ausgestaltung.


Es ist sehr umstritten, ob das alte Kirchlein in Seckendorf wirklich die ehemalige Burgkapelle der Freiherrn v. Seckendorf war. Trotzdem war sie unser nächstes Ziel, denn sie birgt wunderschöne, leider nicht mehr vollständige Fresken von ca. 1460/65. In der Folgezeit änderten sich Besitz und Nutzung der Kapelle oft.
Erst 1983/84 wurden die Fresken freigelegt und restauriert. Die Fresken stellen Stationen aus dem Leben Jesu und das „Jüngste Gericht“ dar. Wahrscheinlich war hier ein Nürnberger Meister am Werk.

Nicht weit von Seckendorf liegt Seukendorf mit der Kirche St. Katharina.
Im 14. Jh. wurde die erste Kapelle hier gegründet, ein Holzbau, im 17. Jh. nach und nach erneuert als Wehrkirche. Das Langhaus wird von einer Holztonne überwölbt. Das bedeutendste Kleinod dieser Kirche ist der Katharinen-Flügelaltar, eine Arbeit des Meisters des Martha-Altars (1510/15).

Unsere Exkursion schloss mit dem Besuch der St. Veits-Kirche in Veitsbronn.
Erstmals erwähnt  1350, 1388 als Wehrkirche ausgebaut. Ringmauer noch erkennbar. In der Veitskirche meisterhaft geschnitzte Altäre: Barbara-Altar, Marienaltar und vor allem der Katharinen-Altar, der 1505 / 1510 in der Werkstatt des Meisters des Martha-Altares geschaffen wurde.

 

Autor: E. Mikulaschek
Eigene Bilder
Weitere Bilder: K. Fieber